die ständige reise

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weblog von annabell preußler

re:view

Filed under: Blogging,Unterwegs,Wissenschaftliches — Annabell um 13:55 pm am 10.05.2012

Nach fast einer Woche fasse ich mal meine Eindrücke zur re:publica 2012 zusammen, die Anfang Mai in Berlin stattfand. Es war ja erst meine zweite re:publica und ich war sofort begeistert von der location – der Station Berlin. Einerseits finde ich neue Nutzungsweisen von alten Gebäuden meist gut, andererseits war es supereinfach, zu den Sessions zu gehen – im letzten Jahr war das doch eine ganz schöne Rennerei von Kalkscheune zum Friedrichstadtpalast und zurück. Dies war auch in Sachen Barrierefreiheit sicherlich vorteilhaft. Ich hatte den Eindruck, dass dieses Mal doch recht viel umgesetzt worden ist (das kann sehr gut bei Christiane und bei Julia nachgelesen werden). Auch gab es im letzten Jahr keinen richtigen zentralen Platz, um sich zu treffen. Das war jetzt wirklich gut gelöst: Der sogenannte Affenfelsen bot jede Menge Platz zum Sitzen und war gleichzeitig sehr zentral. Alexander hat es schön gesagt: Es war wie an einer Campus-Uni: “Gehst du gleich noch zu Soziologie? Ich will diesmal zum Bildungsteorieseminar” (Seminare sind mit Sessionräumen auszutauschen) und anschließend trifft man sich wieder. So kam es letztlich auch dazu, dass ich nicht nur viele Menschen getroffen habe, die ich bereits von Angesicht zu Angesicht kannte, sondern auch solche, die ich bereits JAHRELANG online kenne und noch nie gesehen habe. Das Irre an solchen Treffen ist dann, dass man wirklich viel voneinander weiß, sich direkt unterhalten kann: über Ereignisse, über gemeinsame Bekannte usw. Dazu beigetragen hat auch das re:sushi – ein geekiges Treffen von etwa 30 Leuten zu gepflegtem Sushi oder natürlich das re:mett (an dem ich in diesem Jahr leider nicht teilgenommen habe). Bleiben wir – bevor es inhaltlich wird – noch ein wenig bei den Rahmenbedingungen. Das ausgedruckte Internet war ganz groß! Jeder Tweet mit dem Hashtag #rp12 wurde ausgedruckt und an die ACT!ON-Wand tapeziert!

Und auch inhaltlich hat es mir gut gefallen. Ich war in den meisten Sessions, die ich mir vorher ausgesucht hatte – in einigen Fällen habe ich mich aber noch umorientiert. Sofort der erste Vortrag war großartig: Kixka Nebraska über digitale Identitätskonstruktion im Web – ein Thema, das mich auch wissenschaftlich interessiert. Zusammenfassen lassen sich ihre Ausführungen mit einem Zitat über eine in den USA durchgeführte Studie in der Fachpresse: “Who you are in Facebook ist probably pretty much who you are“. Es bestehen Zusammenhänge zwischen Identität, Reputation und Vertrauen, wobei Kixka betonte, dass Identität prismatisch sei. In eine ähnliche Richtung ging der sowohl unterhaltsame, aber dennoch gehaltvolle Talk von Felix Schwenzel, der festhielt, dass Tätigkeiten im öffentlicher Raum gleichzusetzen sind mit den Tätigkeiten im virtuellen Raum und dass Realität und Virtualität keine Gegensätze seien. Interessant hier auch die Gedanken von Andrew Keen.

Einen ganz anderen Aspekt beleuchtet die Session “Die Technologie von James Bond und Captain Kirk in den Händen von Schülern“ - in der es um Nutzungsvarianten digitaler Devices im Unterrichts ging. Inhaltlich war das für mich nicht unbedingt etwas Neues, dennoch hat mich dieses dort gezeigte Video sehr beeindruckt (und nachdenklich gemacht). “Using technology to make education free” war eine ähnliche Session, die aber ein wenig darunter litt, dass die Referentin krank war und der Vortrag ziemlich spontan übernommen worden ist. Auch hier ein Video, das die Inhalte ein wenig erklärt.

Weniger wissenschaftlich, dafür für mich als Tatort-Freundin eine Bereicherung war das Preview des kommenden Tatortsmit Ulrike Folkerts, der so konzipiert ist, dass zwar der eigentliche Fall inhaltlich abgeschlossen sein wird, es soll aber auch Handlungsstränge geben, die weiter ermittelt werden können und genau das soll das Publikum in einer Art Online-Spiel machen. Leider konnten die Verantwortlichen gar nicht so viel dazu sagen, weil sie bereits in einer anderen Session über das Konzept gesprochen hatten und auf Fragen nicht vorbereitet waren. Ebenfalls mit TV-Formaten beschäftigte sich die Session ROTFUNK! SCHWARZFUNK! BÖSE MEDIEN! von Deef Pirmasens (“quer”) und Simone Stoffers (“extra 3″). Dort ging es um die im Internet veröffentlichten Kommentare zu Satiresendungen und den Umgang der Sender mit diesem Phänomen. Interessant, mal ein wenig hinter die Fassade schauen zu dürfen. Ich hätte beispielsweise nicht damit gerechnet, dass das 60+-Publikum einen so hohen Anteil an den Zuschauerzahlen hat. Kurz reingeschaut habe ich auch in den Fail-Award zum Webvideopreis – was höchst unterhaltend war.

Zwei große Talks habe ich auch noch mitgenommen: Zum Einen eine Talkrunde zu Anonymous! – da ging es um Internetaktionismus und Netzfreiheit und zum Anderen das Interview mit Regierungssprecher Steffen Seibert, der über seine Twitternutzung und überhaupt social media bei der Bundesregierung sprach. Er war höchst souverän und konnte sich insgesamt gut verkaufen.

Alles in allem eine lohnende Veranstaltung mit hohem Geek&Flausch-Faktor, mit interessanten Sessions und Talks, mit Bekannten und Freunden, einer tollen Location und viel Spaß drumherum. Nächstes Jahr werde ich wohl wieder dabei sein.

 

 

Sumatra

Filed under: Gott & die Welt,Unterwegs — Annabell um 09:19 am am 17.04.2012

Sehr beeindruckt bin ich am Freitag von meiner Reise nach Indonesien zurückgekehrt. Der Kirchenkreis Hagen unterhält schon seit längerer Zeit eine Partnerschaft mit der protestantischen Kirche der Simalungun (GKPS) auf Sumatra und diesmal war ich bei einem dieser Besuche dabei.
Schwerpunkt unserer ersten Besuchswoche waren kirchliche Einrichtungen auf Sumatra und natürlich Ostern. Nach einem Gespräch mit der Kirchenleitung haben wir die Jungen- und Mädcheninternate in Sondi Raya, ein Kinderheim in Pematangsiantar und ein Drop-Out-Center für Jugendliche besucht. Wir wollten aber auch das Leben von älteren Menschen auf Sumatra kennenlernen und waren Gast in einem Seniorenkreis und einem Altenheim für Bibelfrauen. Die Osterfeiertage haben wir in verschiedenen Gemeinden mit unterschiedlichen Gottesdiensten verbracht und haben 4 Taufen und in der zweiten Woche auch eine Hochzeit erlebt.
Während der gesamten Reise wurden wir von der aktuellen bzw. auch der vorherigen Ökumenebeauftragten der GKPS begleitet. Diese hat uns neben den kirchlichen Einrichtungen auch Land und Leute nähergebracht. Wir haben die Orang Utans in Bukit Lawang besucht und die historische Kultur der Batak auf Samosir kennengelernt, wir haben Märkte besucht, die Wasserfälle in Sipisopiso und waren im Tobasee schwimmen. Was für ein Geburtstag für mich! Glücklicherweise haben wir vom Erdbeben fast nichts mitbekommen und die Tsunamiwarnung für die Küsten war auch rasch wieder aufgehoben.
Besonders gefreut habe ich mich auch darüber, dass mir ein Nachname der Simalungun zugesprochen worden ist – Saraigh – und ich somit symbolisch in diesen Clan aufgenommen worden bin. Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch in Indonesien.

BarcampRuhr5

Filed under: Barcamp — Annabell um 18:30 pm am 25.03.2012

An diesem Wochenende war wieder Barcamp im Ruhrgebiet. Seit 5 Jahren gehöre auch ich zu den VerrücktenGlücklichen, die sich eins der in Sekundenschnelle ausverkauften Tickets sichern konnte. Auch, wenn ich wieder nur am Samstag da war, es war wie immer toll. Zum Einen ist es – wie in jedem Jahr – ein großes Wiedersehen, ein Erinnern der Gesichter zu Namen, die man täglich liest. Zum Anderen ist das UPH eine tolle Location. In der Sonne auf der Dachterrasse sitzen, Holundersprudel bis zum Abwinken konsumieren, gutes Essen genießen und noch zig andere Dinge sind hier möglich.

Aber auch die Sessions waren diesmal sehr gut:
Ich besuchte als Erstes eine Pinterest-Session von @tmmd, die mir als Neuling erste Einblicke in diese Community gab (wobei ich dennoch glaube, dass ich Pinterest nicht nutzen werde). Anschließend habe ich die von @getoliverleon gehaltene Session zu ‘Best of 165+ Tools’ besucht (von denen wir nur einen Bruchteil geschafft haben). Ich war schon im letzten Jahr bei dieser Session und habe dennoch wieder Neues erfahren. So werde ich beispielsweise popplet.com, imo.im, Asana, Trello.com, edudip und sametimeauf jeden Fall mal ausprobieren. Die Mittagszeit habe ich mir mit @elbe_, @katti, @michaelabrandl und @EmokidLyra bei bestem Wetter verbracht, bevor es anschließend zur “Design Thinking’-Session von @dieSteph ging. Das war richtig gut. Innerhalb von nur 45 Minuten haben wir in engster Kollaboration ein Konzept für ein Tool nach der Methode des Design Thinking entwickelt. Quasi speed Design Thinking. Ganz groß, echt. Um 16 Uhr startete das schon fast traditionelle Seriengucken mit @ScottyTM (dabei mit @punktefrau sehr nett über den BVB gehacht). Danach noch ein bißchen Sonnendeck mit @k_laydo, @elbe_, @michaelabrandl, @EmokidLyra, @stiftblog, @zauberfrau und @Griesgram999, bevor es wieder auf den Heimweg ging. Danke an alle für den schönen Tag, vor allem mal wieder an @hirnrinde. Ein bißchen schade war nur, dass ich gar keine Gelegenheit hatte, mich mal länger mit @simsullen, @pottblog, @rinpaku und @50hz zu unterhalten. Nächstes Jahr dann. Oder demnächst in Berlin?

Fotos gibt es übrigens hier und hier ein paar.

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