Am Samstag habe ich (wie bereits berichtet) am Scratch-Projekt des Theaters Hagen teilgenommen. Das war ein Spaß! Wir waren etwa 350 Sängerinnen und Sänger, die teilweise achtstimmig Stücke der “Last Night of the Proms” aufgeführt haben – unter der Führung von GMD Florian Ludwig und mit großer Unterstützung des Philharmonischen Orchesters Hagen. Der Clou an dem Projekt war, dass das Ganze sehr spontan abgelaufen ist. Nachdem wir schon im November Übungsdateien und Noten erhalten hatten, gab es die erste Probe nach Stimmen getrennt erst am Freitag abend. Alle Teilnehmenden haben sich erst am Samstag morgen getroffen und bis zum Nachmittag geübt. Dann war Generalprobe mit dem Orchester und um 18 Uhr schon die Aufführung in der Stadthalle Hagen – und die war wirklich voll. Das Publikum war ebenfalls großartig, sie haben teilweise im Stehen mitgesungen und mit ihren Fähnchen geschwenkt. Moderiert wurde der Abend von Rolf Seelmann-Eggebert, der für den NDR die (echte) Last Night überträgt.
Obwohl ich schon ein gutes Jahr im Kirchenchor mitsinge, war dieses Projekt eine ganz andere Erfahrung, weil es einfach so groß war. Großer Chor, große Halle, großes Orchester, großes Publikum. Und wenn man mal nicht wusste, wann genau der Einsatz kommt, irgendwer wusste es immer, so dass es im Großen und Ganzen wirklich gut geklappt hat. Dies lag auch an den Proben mit Florian Ludwig, der uns alle sehr motiviert hat: “So, das war schon super, aber jetzt stellen Sie sich vor, an dieser Stelle würden Sie einen niedlichen kleinen Engel streicheln” oder “Wissen Sie, was ‘pierce’ auf deutsch heißt? Genau, durchbohren. Und jetzt bitte auf dem ‘p’ zustechen und auf dem ‘c’ wieder rausziehen, aber alle zusammen, dann tut es mehr weh!” Manche Stücke waren recht einfach zu lernen, wie “Land of Hope and Glory” oder “Jerusalem” (beide einstimmig), aber auch der Halleluja-Chor war nicht so schwer. Schlimmer war “Blest Pair of Sirens” oder “Dream of Gerontius“, dafür haben wir richtig lange gebraucht. Dies war eines der zwei Stücke mit SolistInnen, die ebenfalls schon bei der Generalprobe dabei waren. Das andere war der “Folk Song Medley“. Am Ende haben wir noch Auld Lang Syne als Zugabe gesungen, ebenfalls mit großer Beteiligung des Publikums.
Am Sonntag morgen hatte ich immer noch das Orchester im Ohr und habe “Molly Malone” vor mich hingesungen.
Schöne Berichte mit Fotostrecke gibt’s bei DerWesten:
Scratch-Chor wagt ein Gesangs-Abenteuer
Scratch-Projekt in Hagen
Konzert unter britischer Flagge