Wieder ein Österreich-Tatort gestern, mit Harald Krassnitzer als Moritz Eisner.
Generell: Eine interessante Folge gestern, ziemlich spannend gemacht. Ich bin ja ohnehin Freundin von Dorfgeschichten. Leider war sie ein bißchen vorhersehbar, weil ja schon nach den ersten Minuten klar war, dass das Männertrio irgendwie in der Sache steckte. Das Ende fand ich auch ein bißchen mau, aber ansonsten denke ich, war es einer der besseren Tatorte.
Zum Fall: Aus einem See in Tirol wird eine Wasserleiche geborgen, die schon seit etwa 15 Jahren dort gelegen haben musste. Durch Recherchearbeiten gelingt es Eisner sehr schnell, herauszufinden, dass sich zur fraglichen Zeit gerade ein Mann aus der DDR im Dorf aufhielt, der auf der Flucht vor der Stasi war und der darüber hinaus noch einen sehr großen Geldbetrag entwendet hatte. Seine Tochter hat einige Zeit später mit der Suche nach ihm begonnen und freundete sich dabei mit der Familie an, die das Hotel betreibt, in dem ihr Vater gewohnt hatte. Da sie nicht wieder in die DDR zurück konnte, wurde sie von dem Hotelbetrieber adoptiert, nachdem sie sich den Tod ihres Vaters mehr oder weniger eingestehen musste. Nach und nach kommt heraus, dass viele Menschen im Ort den Sachsen gekannt haben, was für dessen Tochter eine Neuigkeit ist. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Toten gar nicht um ihren Vater, sondern um einen Stasi-Mitarbeiter handelt, was ein wenig Verwirrung stiftet. Eisner lässt nicht locker und lässt den See durchsuchen, woraufhin er auch die andere Leiche findet und am Ende die Schuldigen stellt.
Unstimmigkeiten: Diesmal sind mir 3 Dinge aufgefallen, die zwar nicht unbedingt Unstimmigkeiten waren, aber die mir dennoch komisch vorkamen:
- Hat der Vater tatsächlich eine POSTKARTE in die DDR zu seiner Tochter geschickt, auf der stand, dass sie bald nach Österreich nachkommen solle? Das wäre doch nie durch die Post gekommen!
- Die Tochter hat bei Eisners Ankunft direkt sehr offen davon geredet, dass der Hotelbesitzer nicht ihr leiblicher Vater ist. So was intimes erzählt man doch keinem Fremden. Zumal sie später immer von “ihrem Vater” bzw. “ihrem richtigen Vater” gesprochen hat.
- Es ist schon seltsam, dass das EFAFE-Schild nicht einfach entfernt, sondern stümperhaft überklebt worden ist. Überhaupt, wie Eisner den Slogan “entschlüsselt” hat, fand ich auch grandios.
Zur Besetzung: Laura Tonke fand ich als die Tochter sehr überzeugend. Die Einheimischen habe ich wegen ihres starken Dialekts nicht immmer gut verstanden.
Bester Satz: “Jetzt müssen wir Teamwork machen. Also, du machst die Akten, ich fahre ins Hotel zu dem Kofler!” So ungefähr jedenfalls.
Zur 20.40 Uhr-Prognose: Naja, das Täterpaar war um Punkt 20.35 Uhr zu sehen, weshalb wir direkt richtig getippt haben. Zwischendurch haben wir uns dann zwar immer noch mal umentschieden, aber im Grunde trifft die Vorhersagbarkeit wieder zu.
Ich gebe diesem Tatort 8 von 10 Punkten.
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Was sagt Ihr?