Tatorttalk: Erntedank e.V. (NDR)
Nun haben wir ein Kind – der erste Tatort mit einer Mutter in der Haupt- und einem Baby in der Nebenrolle lief gestern im Ersten.
Generell: Ich wiederhole mich, wenn ich gestehe, keine Lindholm-Freundin zu sein. Dazu ist mir die ganze Szenerie viel zu aufgebauscht, die Charaktere zu überspitzt: Charlotte, die als erstes das Kind in der Unibibliothek wickelt (das hätte mich als Studentin auch gestört, wenn ich ehrlich bin) und sich als Hobbypsychologin in Sachen verletzter Kinderseelen versucht und einen verliebten Praktikanten in einer Tour abblitzen lässt, dann der hektische Martin, der alles für Charlotte tut und letztendlich die Mutter, die den ganzen Tag chinesisch redet und Klein-David wahrscheinlich vermutlich jetzt schon an einer Elite-Uni anmelden würde. Gestern kamen noch die klischeehaften Darstellungen der KleingärtnerInnen dazu. Normalerweise mag ich ja Milieu-Krimis, auch gerne Kleingartenkolonien, aber das war doch ein wenig zu viel.
Zum Fall: In einer Kleingartenanlage wird ein Toter gefunden. Lindholm, die eigentlich in Elternzeit ist (obwohl es immer Mutterschutz genannt wurde) und ihr Anhängsel Martin sind zum Entspannen auch dort. Natürlich begibt sich die Kommissarin undercover auf Ermittlungstour. Heraus kommen viele schrullige KleingärtnerInnen, die ein großes Geheimnis miteinander verbindet, das sich vor 11 Jahren zugetragen hat. Dort ist nämlich schon einmal jemand ermordet worden. Eine weitere Rolle spielt ein 16-jähriger Junge, der dies als Kind verfolgt hat. Eine genaue Fallbeschreibung findet sich beim Tatort-Fundus.
Unstimmigkeiten:
- Kann man einen Schrebergarten einfach so spontan mieten? Soweit ich weiß, gibt es dort lange Wartelisten.
- Ist es nicht unrealistisch, dass ein Praktikant in der Gerichtsmedizin die ganze Arbeit macht? Oder besser: Dass die Polizei der Arbeit eines Praktikanten derart vertraut?
Besetzung: Maren Kroymann in einer Nebenrolle war ganz nett.
Bester Satz: “Nächstes Mal können wir ja meinen Wagen nehmen.” “Am besten beide.”
20.40-Regel: Diesmal lag ich in der Tat falsch (obwohl die Regel eigentlich zutraf), weil ich mich auf die prominent besetzte Nebenrolle versteift hatte.
Ich gebe 4 von 10 Punkten. Diese Großzügigkeit liegt im Milieu des Krimis und des eigentlich interessanten Falls.
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Ach ja: Hätte man in Sachen Psychologie nicht mal Verstärkung aus Kiel holen können?


Thema war vielleicht auch sehr speziell. Herzlichen Dank jedenfalls an
Annabell war vor rund einer Woche beim 



