die ständige reise » 2009 » Januar
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die ständige reise

weblog von annabell preußler

Reisen mit dem Zug und mit dem Kopf

Filed under: Gedanken unterwegs — Annabell um 09:32 am am 21.01.2009

Am Zugfahren mag ich viele Dinge – aus dem Fenster zu schauen, Zeit zu haben um ein bißchen zu arbeiten, andere Reisende zu beobachten. Am Schönsten finde ich es, ihnen beim Lesen zuzusehen. Manchmal lesen sie mit strengem Blick und eng zusammengekniffenen Augen, manchmal schnell und hastig und manchmal – ja, da haben sie auch Mühe, ihre Tränchen zu verbergen. Ich versuche dann, den Buchtitel zu erhaschen oder sogar ein paar Zeilen Text zu entziffern. Oftmals habe ich beim Anblick der Leute schon eine gewisse Vorstellung davon, welche Sorte von Literatur sie gerade so bewegt und ich bin dann umso überraschter, wenn sich die Vermutung als falsch herausstellt.

Heute saß mir eine Frau gegenüber, die ihr Buch fast beendet hatte. Sie war etwa 50 Jahre alt und fuhr wahrscheinlich zur Arbeit. Wenn ich raten sollte, würde ich denken, sie sei vielleicht als Verkäuferin beschäftigt in einer Boutique oder einem Fachgeschäft. Ich sah ihr lange beim Lesen zu, bis sie tatsächlich auf der letzten Seite angekommen war. Dann las sie so hastig, als könne sie das Ende kaum abwarten. Irgendwann hob sie den Blick und lächelte. Sah aus dem Fenster. Las den letzten Abschnitt noch einmal und lächelte wieder. “Schön”, dachte ich, “wenn man Bücher mit auf die Reise nimmt und diese wiederum einen selbst auf eine Reise mitnehmen.” Die Frau klappt dann das Buch vorsichtig zu, strich einmal mit der Hand über den Umschlag und steckte es in die Tasche. Es war “Nachtzug nach Lissabon“. Wie passend!

Tatorttalk: Schwarzer Peter (MDR)

Filed under: Tatorttalk — Annabell um 12:27 pm am 20.01.2009

Mit einem Tag Verspätung gibt es jetzt den Talk zum “Schwarzen Peter” aus Leipzig.  Saalfeld & Keppler ermitteln.

Generell: Diese Folge fand ich ganz gut, beginne immer mehr, Keppler zu mögen. Was mich an den neuen Leipziger Folgen nur wundert, ist dass da niemand sächselt. Ist das nicht unrealistisch? Die sollten vielleicht das hier mal lesen (#off topic). Grundsätzlich finde ich ja auch solche Familiengeschichten interessant, in diesem Fall waren sie auch noch recht gut besetzt. Ein kleines bißchen vorhersehbar war die Täterfrage, aber sei’s drum.

Zum Fall: Peter Schneider, Leipziger Unternehmer und Familienvater, wird tot in einem Kanal gefunden. Ohne Beine, gefesselt. Saalfeld und Keppler ermitteln, dass Schneider vor kurzem erst einen seiner Mitarbeiter entlassen hatte, Siegbert Finster. Dieser entpuppt sich jedoch eher als Objekt sozialer Ungerechtigkeit als als Mörder. Es wird allerdings auffällig, wie wenig Menschen mit Schneider gut ausgekommen waren – die meisten empfanden ihn eher als machtbessessen. Seine Kinder sehen das genauso. Die Tochter Susanne hatte den Kontakt zum Vater schon vor langer Zeit abgebrochen. Es stellt sich heraus, dass diese von ihrem Ehemann misshandelt wird. Die Ermittlungen bringen ans Licht, dass sie nicht das einzige Opfer war…

Unstimmigkeiten: Bis auf den fehlenden Dialekt nichts.

Zur BesetzungSuzanne von Borsody glänzend in der Rolle der Witwe. Auch Tochter Susanne, gespielt von Chiara Schoras hat mir gut gefallen. Thomas Huber wird für mich immer Boris aus der Lindenstraße bleiben.

Doppelbesetzungen:  Swetlana Schönfeld gilt als Saalfelds Mutter zwar nicht wirklich, aber da sie schon in einer anderen Rolle im Tatort mitgespielt hat, nehme ich sie deshalb hier auf. Daneben haben Suzanne von Borsody, Chiara Schoras, Sandra Borgmann, Pierre Besson, Joram Voelklein, Hans Uwe Bauer und Thomas Huber alle schon im Tatort mitgespielt. Das stört mich wirklich. Wenn es eine Serie sein soll, die von der Wiedererkennbarkeit ihrer Figuren leben soll, dann kann jemand nicht erschossen werden und in einer anderen Folge wieder dabei sein. Außerdem gibt es doch genug schauspielerischen Nachwuchs.

Bester Satz: “Aber warum haben sie ihm die Beine abgehackt?” “Ich hatte doch vor drei Jahren einen Bandscheibenvorfall. Ich soll nicht so schwer heben”.

Zur 20.40 Uhr-Prognose: Die 20.40 Uhr-Regel traf zu – deswegen habe ich diesmal richtig getippt.

Gut gemachte Folge. Ich gebe 8 Punkte.

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Jemand aus Leipzig an Board?

Easy paper

Filed under: Netzfunde,Wissenschaftliches — Annabell um 14:28 pm am 15.01.2009

phd
[via phd-comics]

YouTube Sinfonieorchester

Filed under: Kultur,Netzfunde — Annabell um 09:25 am am 15.01.2009

Ich bin leider schrecklich unmusikalisch. Ich kann zwar auf der Maultrommel spielen und kriege vielleicht auch noch mit Klanghölzern einen Takt hin, aber das alles reicht nicht aus, um mich beim YouTube-Sinfonieorchester zu bewerben. Habe gestern davon im Radio gehört und direkt festgestellt, dass es schon in aller Munde ist. Ist ja auch ein interessantes Projekt: Man wählt sein Instrument aus, lädt sich die entsprechenden Noten herunter, schaut sich dazu das Dirigentenvideo an und wenn man der Meinung ist, alles draufzuhaben, reicht man das eigene Video ein (bis 28.01.09!). Und wer Glück hat, wird ausgewählt, um im April bei der Aufführung in der Carnegie Hall in New York City mitzuspielen! Hier geht es zu den Regeln. (Read on …)

BarCampRuhr reloaded

Filed under: Blogging,Kultur,Ruhrgebiet — Annabell um 09:01 am am 15.01.2009

barcampruhr2Am 28. und 29. März 2009 wird im Unperfekthaus in Essen das zweite BarCampRuhr stattfinden. Ein Barcamp ist

“eine offene, partizipative Unkonferenz, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern bestimmt wird. [...] Normalerweise werden auf BarCamps Web-2.0-Themen wie Webanwendungen in frühem Stadium, Open-Source-Technologien und Soziale Software diskutiert. Mittlerweile werden jedoch auch BarCamps zu allen Facetten bestimmter Themen ausgerichtet. [...] Der Ablauf von BarCamps [...] besteht aus Vorträgen und Diskussionsrunden (Sessions), die jeden Morgen auf Whiteboards, Metaplänen oder Pinnwänden – sogenannten Grids (engl.: Gitter) – durch die Teilnehmer selbst koordiniert werden. Doch gibt es auch Regeln: Alle Teilnehmer sind aufgefordert, selbst einen Vortrag zu halten oder zu organisieren” (Wikipedia).

Schon im letzten Jahr war ich in Essen dabei. Dieses Mal werde ich nur an dem Samstag können – und vermutlich nicht einmal lange, da ich am Sonntag zu einer längeren Tour aufbreche, aber immerhin. Alle Infos zum BarCampRuhr sowie die Anmeldung finden sich auf der Netzwerkseite bei mixxt. Oder folgt dem Twitteraccount.

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