die ständige reise » 2009 » September
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die ständige reise

weblog von annabell preußler

Konferenzzwitschern

Filed under: Allgemein,Job,Wissenschaftliches — Annabell um 16:07 pm am 24.09.2009

Jetzt bin ich schon fast eine Woche wieder zurück aus Berlin und hatte Gelegenheit, mir die vielfältigen Reaktionen auf die E-Learning 2009-Tagung in diversen Blogs anzusehen und auch meine eigenen Eindrücke etwas zu sammeln. Ehrlich gesagt, durch die Jurytätigkeit für den Medidaprix habe ich nicht so viel von den Vorträgen mitbekommen, weil ich fast in Gänze dort eingebunden war. Dennoch gab es schöne Flur- und Pausengespräche und nach der Preisverleihung auch etwas mehr Zeit zur Kontaktpflege. ;-) Die Arbeit in der Jury habe ich als sehr konstruktiv empfunden, wenngleich es doch sehr anstrengend war und noch am Ende des Tages volle Aufmerksamkeit gefordert hat.

Was mir aber ebenfalls in besonderer Weise aufgefallen ist, war der hohe Anteil von Twitter an der Kommunikation. In den Blogs von Michael Kerres, Gabi Reinmann, Joachim Wedekind, Mandy Schiefner und Britta Voß gibt es bereits verschiedene Statements dazu, denen ich jetzt noch meine Sichtweise hinzufüge.

Grundsätzlich finde ich die Idee gut, aus einer Tagung heraus zu twittern. Es gibt tatsächlich ein Stimmungsbild wieder, man erhält aktuelle Infos, man kann sich in irgendeiner Form beteiligen, es macht Spaß. Ich habe Menschen getroffen, die ich (fast) nur über twitter oder facebook kannte und ich muss sagen: Es war einfacher, ein Gespräch in Gang zu bringen, man war sich direkt in gewisser Weise vertraut.

Worin ich aber meinen “VorrednerInnen” Recht gebe: Ich sehe auch die Gefahr, die Netiquette ein wenig zu vergessen.

“Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass man in 140 Zeiten Referenten oder Themen schnell bewertet oder (ver)urteilt, ohne bewusst darüber zu reflektieren. Man muss sich bewusst sein, dass dieses Urteil dann für “immer und ewig” im Netz ist” (Mandy Schiefner).

Britta Voß geht noch einen Schritt weiter und schreibt:

“Man stelle es sich vor: Ich stehe vor einem Plenum und halte einen Vortrag, einige Teilnehmenden zeigen durch Gespräche untereinander, dass sie offensichtlich nicht mit dem Gesagten einverstanden sind – ich kann reagieren. Anders bei Twitter: vom Referierenden unbemerkt, zwitschert die Kritik aus dem Vortragssaal in die Welt hinaus, zum Teil sozial ungefiltert. Für mich ist dies kein angemessener Umgang mit Referenten (egal welcher Qualität der Beitrag ist), ich bin hier für eine Rückbesinnung auf die gute alte Netiquette!”

Vor ein paar Tagen habe ich erst einen Pressebericht gelesen, in dem dargestellt wurde, dass Überkommunikation das Gehirn gleichgültig mache. Es fehle einfach die Zeit, Gefühle anderer Menschen zu reflektieren. Als generelles Statement möchte ich das nicht unterstreichen, aber ich glaube schon, dass ein diskreditierender Satz doch eher mal schnell als tweet abgeschickt als ausgesprochen wird – vielleicht höchstens zu meiner Sitznachbarin, aber nicht in die Öffentlichkeit. Insofern bin ich nicht dafür, twitter aus Tagungen herauszuhalten sondern einen anderen Umgang damit zu ermöglichen, der eher auf reflexive Aspekte setzt – beispielsweise, wenn es die Möglichkeit gäbe, Fragen aus twitter direkt an das Podium zu stellen, wie auch Joachim Wedekind vorschlägt.

Ich selbst habe von der Tagung nur sehr wenig getwittert, neben einem “so, frisch und fröhlich nun schnell frühstücken und dann die Messestände der Finalisten anschauen” ein erleichertes “Es ist entschieden. #jury #medida09 #bel09″. Endlich eine Möglichkeit, aus dem Jury-Sitzungsraum Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen. Und Antworten hab ich auch bekommen ;-)

Tatorttalk: Borowski und die Sterne (NDR)

Filed under: Tatorttalk — Annabell um 21:47 pm am 21.09.2009

Mit nur einem Tag Verspätung gibt es heute den Talk zum gestrigen Tatort aus Kiel, der mir einer der liebsten ist. Diese Folge war jedoch eher mittelmäßig.

Generell: Endlich, endlich, endlich!! Borowski und Frau Jung: Wie schön! Ansonsten fand ich Borowski wieder einmal sehr schön karikiert (die Geburtstagswünsche nur von Telefongesellschaft, Krankenkasse und bettelnder Tochter), Margret und Bodo sind doch sehr aufgesetzt, die Hotelbedienstete mit dem Wäschewagen ebenfalls. Das Ganze hatte irgendwie einen 70er-Jahre-Touch. Vielleicht lag es an den vielen rot-braun-Tönen oder an den gemusterten Tapeten. Von dem ganzen 4ever-Zeug und den Rückblenden war ich allerdings ein wenig genervt.

Zum Fall: Nachdem sie sich in einem Hotelzimmer mit ihrem ehemaligen Geliebten – dem Sänger Bodo Dietrich – verabredet hatte, wird Margret Saloschnik tot aufgefunden: angeblich vom Balkon gestürzt. Obwohl Margrets Ehemann und Tochter an einen Selbstmord glauben, geht Borowski von Mord aus und verdächtigt Bodo, da dieser möglicherweise ein Motiv hatte. Auch Margrets Tochter war am Tatort, weil sie als Angestellte in diesem Hotel tätig ist.

Unstimmigkeiten: Gibt es nicht in jeder Sauna einen Alarmknopf? Und: Warum stellt man sich im Dunkeln alleine mit der Sonnenbrille auf den Balkon? Ich meine, wenn niemand sieht, dass man cool ist?

Zur Besetzung: Ach Frieda (die andere Frisur sah besser aus)! Saloschnik fand ich gut dargestellt und auch Janis’ Freund aus der Küche. Hugo Egon Balder hätte ich fast nicht erkannt.

Doppelbesetzungen: Hugo Egon Balder, Esther Zimmering, Stefan Konarske, Hans Uwe Bauer, Hermann Beyer, Matthias Bundschuh, Renate Becker, Christoph Gaugler, Daytona Hansen, Jonas Jägermeyr und sicherlich noch weitere haben schon in anderen Tatorten mitgemacht.

Bester Satz: “Ach, for ever. Da musste erstmal drauf kommen.” Und als Dialog mochte ich: “Haben Sie Lust auf einen Ausflug in charmanter Begleitung?” “Nein. Ich fahre lieber mit Ihnen zu Saloschnik.”

Neu! Musik: Noch eine neue Kategorie. Ist mir aufgefallen, weil soviel Janis Joplin im Hintergrund war. Und durch einen Tatort habe ich auch Anthony and the Johnsons entdeckt. Dieses Mal war es wirklich ein krasser Gegensatz zwischen der hippen Vergangenheit und der tristen Gegenwart Margrets. Und dass die Tochter ausgerechnet Janis heißt ist dann auch kein Wunder mehr. “Du hast dich überhaupt nicht verändert”, hat Bodo gesagt. Ich finde schon. Ach, und die Marinekapelle hat so schön “Somewhere beyond the sea” gespielt.

In zwei Worten: Gestern und heute.

Zur 20.40 Uhr-Prognose: Ich hatte um 20.40 Uhr auf die Hotelangestellt mit dem Wäschewagen getippt – war falsch. Insofern kein Punktabzug wegen Vorhersehbarkeit.

Ich gebe heute 7 Punkte. Frieda und Borowski wegen.
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Und sonst? Haha, Synchronizität! Über diese Definition haben wir erst kürzlich beim Mittagessen gesprochen.

Bergen an Zee ’09

Filed under: Fotos,Unterwegs — Annabell um 10:00 am am 14.09.2009

Bergen 2009 Bergen 2009 Bergen 2009

Speaker’s corner

Filed under: Job,Wissenschaftliches — Annabell um 09:53 am am 14.09.2009

Wie das oft üblich ist, bedeutet der September auch bei uns: Konferenzmonat. Letzte Woche ging es los mit der Conference of the Media Psychology Division an der Uni Duisburg-Essen. Sehr interessante Tagung, in der es um Medienrezeption, Selbstdarstellung im Netz und auch virtuelle Welten aus der Sicht der Psychologie ging. Auch ich war mit einem Vortrag zur Reputationsbildung in Twitter am Start (ich versuche, die Folien baldmöglichst zu vertonen und dann hier zur Verfügung zu stellen).
Morgen geht es nach Berlin zur E-Learning 2009-Tagung, die gleichzeitig mehrere Tagungen bzw. Events vereint und Ende des Monats nach Wien zur ECER. Dort werde ich über alternative Formen der Lernerfolgsmessung referieren. Der Oktober bleibt tagungsfrei und im November findet am Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung die Herbsttagung der Kommission Medienpädagogik statt, auf der wir zu pervasiven IT- und Medien-Infrastrukturen an Schulen vortragen werden. Ich freue mich besonders auf diese Veranstaltung, weil das IfS doch irgendwie mein Nest war – ich habe dort als studentische Hilfskraft erste Einblicke in die Wissenschaft gewinnen können.

Die Expedition steuert Richtung LearningLab

Filed under: Job,Wissenschaftliches — Annabell um 10:34 am am 03.09.2009

Heute nachmittag wird die Bildungsexpedition in Duisburg den Anker auswerfen, unseren Lehrstuhl besuchen und sich über unsere Aktivitäten und Projekte informieren.

“Das Projekt “Bildungsexpedition D” wird im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2009 Forschungsexpedition Deutschland durchgeführt. Die Expedition startet am 31. August 2009 in Heidelberg und endet am 9. September in Berlin [...]. Die Bildungsexpedition ist ein nicht-kommerzielles Projekt von neugierigen Forschern und Bildungsbürgern, die große Lust haben, die Bildungslandschaft in Deutschland zu erkunden”.

Die ExpeditionsteilnehmerInnen beschreiben in ihrem Tagebuch ihre täglichen Erlebnisse und Eindrücke und streamen die Tour live. Auch von unserer Seite aus wird es einen Stream geben, den es hier zu sehen gibt:

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