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weblog von annabell preußler

Tatorttalk: Erntedank e.V. (NDR)

Filed under: Tatorttalk — Annabell um 10:39 am am 31.03.2008

Nun haben wir ein Kind – der erste Tatort mit einer Mutter in der Haupt- und einem Baby in der Nebenrolle lief gestern im Ersten.

Generell: Ich wiederhole mich, wenn ich gestehe, keine Lindholm-Freundin zu sein. Dazu ist mir die ganze Szenerie viel zu aufgebauscht, die Charaktere zu überspitzt: Charlotte, die als erstes das Kind in der Unibibliothek wickelt (das hätte mich als Studentin auch gestört, wenn ich ehrlich bin) und sich als Hobbypsychologin in Sachen verletzter Kinderseelen versucht und einen verliebten Praktikanten in einer Tour abblitzen lässt, dann der hektische Martin, der alles für Charlotte tut und letztendlich die Mutter, die den ganzen Tag chinesisch redet und Klein-David wahrscheinlich vermutlich jetzt schon an einer Elite-Uni anmelden würde. Gestern kamen noch die klischeehaften Darstellungen der KleingärtnerInnen dazu. Normalerweise mag ich ja Milieu-Krimis, auch gerne Kleingartenkolonien, aber das war doch ein wenig zu viel.

Zum Fall: In einer Kleingartenanlage wird ein Toter gefunden. Lindholm, die eigentlich in Elternzeit ist (obwohl es immer Mutterschutz genannt wurde) und ihr Anhängsel Martin sind zum Entspannen auch dort. Natürlich begibt sich die Kommissarin undercover auf Ermittlungstour. Heraus kommen viele schrullige KleingärtnerInnen, die ein großes Geheimnis miteinander verbindet, das sich vor 11 Jahren zugetragen hat. Dort ist nämlich schon einmal jemand ermordet worden. Eine weitere Rolle spielt ein 16-jähriger Junge, der dies als Kind verfolgt hat. Eine genaue Fallbeschreibung findet sich beim Tatort-Fundus.

Unstimmigkeiten:

  • Kann man einen Schrebergarten einfach so spontan mieten? Soweit ich weiß, gibt es dort lange Wartelisten.
  • Ist es nicht unrealistisch, dass ein Praktikant in der Gerichtsmedizin die ganze Arbeit macht? Oder besser: Dass die Polizei der Arbeit eines Praktikanten derart vertraut?

Besetzung: Maren Kroymann in einer Nebenrolle war ganz nett.

Bester Satz: “Nächstes Mal können wir ja meinen Wagen nehmen.” “Am besten beide.”

20.40-Regel: Diesmal lag ich in der Tat falsch (obwohl die Regel eigentlich zutraf), weil ich mich auf die prominent besetzte Nebenrolle versteift hatte.

Ich gebe 4 von 10 Punkten. Diese Großzügigkeit liegt im Milieu des Krimis und des eigentlich interessanten Falls.

Ach ja: Hätte man in Sachen Psychologie nicht mal Verstärkung aus Kiel holen können?

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8 Kommentare »

Kommentar by Blinkfeuer

31. März 2008 @ 13:11

Moin, am besten gefiel mir das Rosen-Regen-Lied der Knef. Frau F. sähe ich lieber in lt. Funktion bei einem der bunten Burda- Blättchen.
Bzw. sähe sie dann ja niiiiiie mehr, die eitle Tante.

Kommentar by claribu

31. März 2008 @ 14:45

Ein guter (dämlicher) Satz war auch “Ich habe gar nichts anzuziehen”, als Charlotte in Unterwäsche vor dem Kleiderschrank stand. Ich finde, Frau F. ist durchaus hübsch anzusehen, aber solche Szenen müssen irgendwie nicht sein. Diese Szene wurde später von der Tanzaufführung in der Laube mit Charlotte als Erdbeere fast noch getoppt.

Kommentar by Jens

1. April 2008 @ 08:32

Wie sie mit dem Praktikanten umgegangen ist, war nicht nett. Und ich frage mich gerade woher ich den Schauspieler kenne.

Es war übrigens mir irgendwie klar, dass der Praktikant was von ihr wollte – das merkte ich schon beim ersten Aufeinandertreffen. Genauso bzw. noch klarer war es, dass die labile Frau (von Maren Kroymann gespielt) sterben würde, nachdem sie eigentlich der Lindholm alles sagen musste, diese aber weg musste und am nächsten Morgen mit ihr sprechen wollte. Da sagte ich noch “Das Gespräch wird es nicht geben”…

Der Tatort war diesmal sehr bemüht.

Kommentar by Annabell

1. April 2008 @ 08:58

@Jens: Der Praktikant war der der Freund des Hauptdarstellers in “Männer wie wir“. Schwuler Fußball in Dortmund mit Trainer Zacher :-)

Kommentar by Kitty Hunter

1. April 2008 @ 16:03

Also ich weiß gar nicht, was Ihr habt, ich fand diesen Tatort toll. Der hatte mal ein bisschen Witz. Und dann darf auch ruhig mal überzeichnet werden. Toll schon die bunten Farben: so viel Gelb und Rot und Grün gabs in den Lindholm-Krimis noch nie. Die trugen ja bisher immer eher Eiche-Rustikal-Braun und Landmoos-Grün. Ich gebe diesem Krimi 8 von 10 Punkten. Woll.

Kommentar by Jens

2. April 2008 @ 10:07

@Annabell:
Stimmt! Daher kam er mir bekannt vor.

@Kitty Hunter:
Als ob jetzt die Farben das wichtigste sind… von mir aus können die ruhig dunkelgrün, dunkelgrau und dunkelbeige sein – es kommt doch eher auf die Story an.

Pingback by die ständige Reise » Tatorttalk: Schatten der Angst (SWR)

8. April 2008 @ 10:05

[...] Was soll man denn als Zuschauerin denken, wenn der junge Gerichtsmediziner, der noch letzte Woche mit Frau Lindholm anbändeln wollte, plötzlich Peter heißt und eine türkische [...]

Pingback by Mama Derrick im Schrebergarten bei Ansichten aus dem Millionendorf

14. Januar 2009 @ 01:13

[...] gibt’s im im Tatort-Fundus; Sopran hat bei der Erstausstrahlung mitgeschrieben, und Annabell war damals auch nicht [...]

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