Tatorttalk: Hilflos (SR)
Schon länger gab es keine Folge aus dem Saarland mehr, letzten Sonntag war es wieder soweit.
Generell: Ich mochte den Aufbau dieser Folge, die mit dem Ende begann und aus Kappls Sicht nacherzählt wurde. Direkt zu Beginn war klar, dass es um Jugendliche ging, denn Deiniger fragte, ob er alleine zu den Eltern fahren solle. Diese Anfangsszene wurde zum Schluss wieder aufgegriffen, so dass die ganze Geschichte stimmig und rund war. Das Thema “Mobbing unter Jugendlichen” war schon öfter mal Thema im Tatort, trotzdem wurde das Publikum nicht zu belehren versucht. Mich hat es wütend gemacht, dass die ganze Klasse einfach komplett frei von Anteilnahme war und ich konnte Kappls Wutausbruch während des Verhörs auch gut nachempfinden. Denn der Beschuldigte sagt nichts – aus gutem Grund, wie sich später herausstellt. An dieser Stelle wurde auch die Hilflosigkeit der Kommissare deutlich, die sich in Sachen Taktik nicht ganz einig waren: einfühlsam sein oder Druck ausüben? Eine sehr gesellschaftskritische Folge über Gewalt und Freundschaft.
Zum Fall: Ein Schüler wird tot auf einem Parkdeck gefunden – nicht einmal seiner Mutter war aufgefallen, dass er schon seit zwei Tagen dort gelegen hat. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass David ein Außenseiter in seiner Klasse war, genau wie sein Freund Tobias, der kurz entschlossen war, David bei der Polizei als vermisst zu melden. Schnell wird dieser zu einzigen Verdächtigen: Seine Zigaretten liegen neben der Leiche, seine Fußspuren sind am Tatort zu finden, sein Alibi ist unkonkret. Deiniger glaubt trotzdem an Tobias’ Unschuld, denn schließlich war David sein bester Freund. Es stellt sich heraus, dass die beiden nicht nur Außenseiter waren – sie waren Mobbingopfer, und das auf grausame Art und Weise. Der Plot verhärtet sich, als Tobias Jonathan aufsucht, den Wortführer der Klasse, und ihn erpresst.
Unstimmigkeiten: Eher eine Frage: Hat Tobias den USB-Stick absichtlich liegenlassen?
Zur Besetzung: Sergej Moya fand ich gut in der Rolle, er kam mir jedoch ein wenig zu alt vor.
Doppelbesetzungen: Sergej Moya, Florian Bartholomäi, Bettina Koch, Peter Tiefenbrunner, Petra Lamy, Gabriele Krestan, Willi Fries und Barbara Scheck gab es schon in anderen Tatorten. Nicht so viele diesmal und bei einigen auch lange her.
Bester Satz: “Wein mal richtig!”
Musik: Gelungene Untermalung, keine besonderen Titelsongs.
In zwei Worten: Mobbing Freundschaft.
Zur 20.40 Uhr-Prognose: Um 20.40 Uhr-Regel waren andere Personen die Unauffälligsten. Insofern fand ich das Ende nicht sehr vorhersehbar.
Ich gebe 7 Punkte
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Und sonst? Mir ist noch eine Kleinigkeit aufgefallen, von der ich zwar nicht weiß, ob sie in Bezug auf die Namensgebung relevant war, aber die ich dennoch bemerkenswert finde. Im Alten Testament gibt es auch eine Geschichte von Freundschaft und zwar ausgerechnet zwischen Jonatan und David.






